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Wir schreiben der Bayerischen Staatskanzlei

Anfrage zur Ausbildung in Bereich Erste-Hilfe mit Unterweisung im Bereich Hygiene

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Herr Dr. Söder,

 

als Verband der sozialen Sanitäter e.V. setzten wir uns gemeinnützig und führsorglich für unsere Mitglieder ein, welche sich um die Ausbildung und Förderung der Erste-Hilfe in der Gesellschaft einbringen.

 

Entsprechend ist es uns wichtig, dass die freien zugelassenen Stellen zur Ausbildung der Erste-Hilfe möglichst schnell wieder den Unterricht unter Einhaltung spezieller Schutzmaßnahmen aufnehmen können. Damit in den Betrieben und Betreuungseinrichtungen von Kindern, dass Personal effizient in der Handhabung der Ersten-Hilfe und der Einhaltung von Hygiene unterwiesen und geschult werden können und einer zweiten CORONA Infektionswelle entgegengewirkt wird.

 

Hervorzuheben ist, dass jeder Ausbilder der Ersten- Hilfe eine medizinische Grundausbildung vorweisen muss und die zugelassenen Stellen der Ersten-Hilfe, einen ärztlichen Leiter (Notarzt) vorweisen müssen um durch die zuständigen Regierungsstelle und Unfallversicherungen zugelassen zu werden. 

 

Beachten wir das nicht genutzte Potenzial von hunderten dezentralen Schulen, die örtlich unabhängig zu dem Bildungseinrichten der Hilfsorganisationen mit Rettungsdienst angebunden tätig sind. Bitten wir um die Erlaubnis die Ausbildung der Erste- Hilfe- Schulungen in Betrieben und Betreuungseinrichtungen unter folgenden Vorgaben in Bayern freizugeben.

 

 

Auch müssen wir hier den Vorteil der privaten und somit freien Schulen für Erste- Hilfe hervorheben. 

 

Die Freien Schulen nutzten im Regelfall keine Schulungsräume in Katastrophenschutzzentren oder Kreisverbänden, in welchen Systemelementes Personal tätig ist. 

 

Somit, würde im Fall einer nachgewiesenen Infektion nur eine betroffenen Schule unter Quarantäne gesetzt werden und keine Liegenschaft einer im K-Schutz eingebundenen Hilfsorganisation. 

 

Damit durch die dezentralen Schulen weiter im Sinne und unter Beachtung des Infektionsschutzes gelehrt werden kann, schlagen wir Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit möglich vor:

 

1. Die zugelassenen Stellen für Erste-Hilfe dürfen den Betrieb aufnehmen, wenn Sie sicherstellen dass zwischen den Stühlen im Unterrichtsraum 1,5m – 2m Abstand sichergestellt wird.2. Einhaltung der Informationen für Ausbildungsstellen in der Ersten Hilfe durch die DGUV (Fachbereich Erste-Hilfe) zum Thema Corona-Virus vom 11. März 2020

Zitat der Webseite: 

https://www.dguv.de/fb-erstehilfe/nachrichten/meldungen2020/corona/index.jsp 

Im Zusammenhang mit Erste-Hilfe-Schulungen häufen sich die Fragen von Teilnehmenden und Ausbildungsstellen zum Verhalten vor dem Hintergrund des Corona-Virus.

Erste-Hilfe-Kurse müssen abgesagt werden, wenn dies vom örtlichen Gesundheitsamt so angeordnet ist. Unabhängig davon sollten Ausbildungsstellen Risikobewertungen durchführen und gegebenenfalls in Absprache mit Dachorganisationen handeln.

Sollte bei der Risikobewertung nichts gegen die Durchführung eines Erste-Hilfe-Kurses sprechen, so sollten bei der Durchführung die folgenden Verhaltens- und Hygienehinweise beachtet werden.

 

Allgemeine Verhaltensweisen

  • Weisen Sie bereits bei der Anmeldung und zu Beginn des Lehrgangs darauf hin,
  • dass Teilnehmende, die sich kürzlich in einem Risikogebiet (siehe Internetseite des RKI) aufgehalten haben, zu einem späteren Zeitpunkt einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren sollen.
  • Dass Teilnehmende, die Erkältungssymptome zeigen, nicht am Kurs teilnehmen sollen. Gegebenenfalls ist eine Abstimmung mit dem Unternehmen (Arbeitgeber Teilnehmender) erforderlich.
  • dass die praktischen Übungen einschließlich der Beatmung als Teil der Herz-Lungen-Wiederbelebung, Bestandteil des Lehrgangs sind. Sollten Teilnehmende dies ablehnen, kann empfohlen werden, die Schulung zu einem späteren Termin zu besuchen (nach Abklingen der hohen Infektionszahlen).
  • Verzichten Sie sicherheitshalber auf Händeschütteln.
  • Hängen Sie in den Eingangsbereichen und Kursräumen Informationen über die wichtigsten Hygienemaßnahmen auf.
  • Hängen Sie in den Toiletten Hinweise zum richtigen Händewaschen für Erwachsene auf.
  • Bitten Sie die Teilnehmenden sich regelmäßig die Hände zu waschen (mindestens 20 Sekunden einseifen).
  • Empfehlenswert ist die Installation von Desinfektionsmittelspendern.
  • Lüften Sie regelmäßig die Schulungsräume (Stoßlüften).
  • Empfehlenswert erscheint, die frische Übungslunge demonstrativ erst zu Beginn des Kurses bzw. der Übung (Herstellerangaben beachten) im Phantom zu installieren und dabei das Luftwegesystem sowie die Hygieneregeln der ermächtigten Stelle zu erläutern.

Verhaltensweisen während der Schulung

  • Halten Sie allgemeine Hygienevorschriften ein (siehe oben).
  • Im Bereich der Erste-Hilfe-Kurse sind keine Tische notwendig. Bitte daher nur noch im Stuhlkreis unterrichten, um unnötige Oberflächenkontakte zu vermeiden.
  • Als Lehrkraft tragen Sie bei praktischen Übungen / Demonstrationen Einmalhandschuhe. Dies gilt auch für die Ausgabe der desinfizierten Gesichtsmasken für die Herz-Lungen-Wiederbelegung (HLW).
  • Halten Sie die Teilnehmenden an, bei Teilnehmerübungen und Fallbeispielen ebenfalls Einmalhandschuhe zu nutzen. Es sollten Handschuhe in verschiedenen Größen vorgehalten werden.
  • Die Teilnehmenden tragen beim Wechsel der Gesichtsmasken und bei der Durchführung der HLW Einmalhandschuhe. Da jeder Teilnehmende ein eigenes, frisch desinfiziertes Gesichtsteil erhält, kann die Beatmung in gewohnter Weise geübt werden. Auf das Einhalten des vom Hersteller vorgegebenen „Lungenwechsels“ ist zu achten. Zusätzlich sollte die Brusthaut nach jedem Teilnehmenden desinfizierend abgewischt werden.
  • Die Übung der Atemkontrolle sollte nicht am Teilnehmenden, sondern am Phantom geübt werden. Für die Übung der stabilen Seitenlage kann die Atemkontrolle auch nur angedeutet werden.

Nach dem Kurs werden die benutzen HLW-Gesichtsmasken in einem geschlossenen Behältnis/Sack aufbewahrt. Die Aufbereitung der Masken erfolgt nach den Vorgaben der genehmigten Handlungsanweisung zur Desinfektion.

3. Anpassung der Betrieblichen Gefährdungsanalyse (Risikobewertungen) zur aktuellen Corona Maßnahmen.

 

4. Praktischen Übungen im Bereich Verbandslehre, Reanimation oder Betreuung eines Patienten sollten Ausbildungsgeräten genutzt werden, die durch geeignete Desinfektionsmaßnahmen sauber gehalten werden können und Lehrgangsteilnehmer keinen oder nur geringen Kontakt zueinander haben.

 

5. Alle Teilnehmer und Dozenten müssen einen geeigneten Mund- Nasenschutz tragen.

 

6. Die Erste-Hilfe- Schulen haben den Teilnehmer kostenlos Desinfektionsmittel und Seifen mit Waschmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

 

Neben den Zugelassenen und Zertifizierten Unterrichtmaterialien für Erste- Hilfe durch die Regierungsstelle und oder die Gesetzliche Unfallversicherungsträger, haben die Erste-Hilfe Schulen zusätzlich zum Erste- Hilfe- Kurs. Alle Teilnehmer in der Handhabung und Durchführung der richtigen Hautdesinfektion und Scheuer-Wisch-Desinfektion zu unterweisen.

Hintergrund ist, dass wir in den letzten Wochen beobachten mussten, dass in vielen Firmen zwar desinfiziert wird. Jedoch die Mitarbeiter nicht wissen wie sie die Schutzfunktion der Haut aufrechterhalten. Bzw. Mitarbeiter über Stunden Schutzhandschuhe tragen, was auch zu einer Beeinträchtigung der Schutzfunktion der Haut führen wird.

 

Wir bedanken uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben unseren Brief zu lesen und freuen uns über eine positive Rückmeldung freuen.

 

 

Vielen Dank

 

 

Fürth, den, 27.04.2020

 

 

Die Vorstandschaft

 

 

gez. Benjamin Haas und Marco Chmelik

 

Mögliche Beispiele für Praktische Übungen