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Die Flächendesinfektion


Grundlegendes

Reinigungsarbeiten in Arbeitsbereichen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege umfassen alle regelmäßigen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zur Aufrecht Erhaltung des hygienischen Soll-Zustandes.

Zu den Reinigungsarbeiten zählen z. B.:

  • Reinigung der Verkehrswege (Treppen, Flure),
  • Reinigung und Desinfektion der Behandlungsräume und OP-Räume,
  • Reinigung der Patientenzimmer, einschließlich der sanitären Anlagen,
  • Bettenaufbereitung,
  • Reinigung von Fahr- und Transportmitteln (z. B. Rettungswagen).

In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes nach BioStoff V (siehe Nummer 3.4.1) sind diese Tätigkeiten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung einer Schutzstufe zuzuordnen. So entspricht die Reinigung eines Stationsflurs im Allgemeinen einer Tätigkeit der Schutz¬stufe, die Reinigung von OP-Räumen mit der Entfernung von Verunreinigungen durch Blut dagegen der Schutzstufe.


3.4.2 Beschreibung der Schutzstufen der TRBA250 (Biostoffverordnung)

Schutzstufe 1

Im Sinne der Tätigkeiten, bei denen kein Umgang oder sehr selten ein geringfügiger Kontakt mit potenziell infektiösem Material, wie Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe und keine offensichtliche sonstige Ansteckungsgefahr besteht, sind der Schutzstufe 1 zuzuordnen. Bei diesen Tätigkeiten sind Mindestschutzmaßnahmen nach Nummer 4.1 anzuwenden.

4.1.1 Handwaschplatz

  1. Den Beschäftigten sind leicht erreichbare Handwaschplätze mit fließendem warmem und kaltem Wasser, Spendern für Hautreinigungsmittel und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen.
  2. Die Handwaschbecken sind mit Armaturen auszustatten, welche ohne Handberührungen bedienbar sind. Geeignet sind z. B. haushaltsübliche Einhebelmischbatterien mit verlängertem Hebel, die mit dem Handgelenk bedienbar sind, oder selbstschließende Waschtisch-Armaturen (Druckknopf).
  3. Galten die Anforderungen nach Absatz 2 bis zur Bekanntmachung dieser TRBA nicht, so ist eine entsprechende Nachrüstung nur im Zusammenhang mit einer Neugestaltung oder wesentlichen Umgestaltung des Handwaschplatzes erforderlich.
  4. Absatz 1 gilt nicht für Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge.

Beispiele für Tätigkeiten der Schutzstufe 1:

  • Röntgenuntersuchung, Kernspin-Tomographie,
  • Ultraschalluntersuchungen,
  • EKG- und EEG-Untersuchungen,
  • bestimmte körperliche Untersuchungen, z. B. Auskultieren eines Patienten ohne Symptome einer Atemwegsinfektion,
  • Reinigungsarbeiten nichtkontaminierter Flächen.

Schutzstufe 2

Sind Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und nicht nur in geringfügigem Umfang zum Kontakt mit potenziell infektiösem Material, wie Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe kommen kann, oder eine offensichtliche sonstige Ansteckungsgefahr, etwa durch eine luftübertragene Infektion oder durch Stich- und Schnittverletzungen besteht.

Bei Tätigkeiten mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen, die bekanntermaßen Krankheitserreger der Risikogruppe 3(**) enthalten, ist anhand der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob eine Zuordnung der Tätigkeiten zur Schutzstufe 2 möglich oder ob im Einzelfall eine Zuordnung zur Schutzstufe 3 erforderlich ist, z. B. bei Gefahr von Haut- oder Schleimhautkontaminationen durch Sritzer.

 

Tätigkeiten, die der Schutzstufe 2 zugeordnet werden, sind z. B.:

  • Legen von Gefäßzugängen,
  • Entnehmen von Proben zur Diagnostik,
  • Endoskopieren/Zystoskopieren,
  • Katheterisieren,
  • Operieren,
  • Obduzieren,
  • Nähen und Verbinden von Wunden,
  • Intubieren, Extubieren,
  • Absaugen respiratorischer Sekrete,
  • Wechseln von Windeln und von mit Fäkalien verunreinigter Kleidung,
  • Waschen, Duschen, Baden inkontinenter Patienten,
  • Umgang mit fremdgefährdenden Menschen bei Gefahr von Biss- und Kratzverletzungen,
  • Zahnärztliche Behandlungen,
  • Annahme und Desinfektion von kontaminierten Werkstücken in Dentallaboratorien,
  • Umgang mit benutzten Instrumenten (Kanülen, Skalpelle),
  • Umgang mit infektiösen bzw. potenziell infektiösen Abfällen,
  • Umgang mit benutzter Wäsche von Patienten und Bewohnern (Ausziehen, Abwerfen, Sammeln), die mit Körperflüssigkeiten oder -ausscheidungen behaftet ist,
  • Reinigen und Desinfizieren kontaminierter Flächen und Gegenstände,
  • Arbeiten an kontaminierten Medizinprodukten (inkl. medizinischen Geräten), Hilfsmitteln (z. B. orthopädische Schuhe) und anderen Gegenständen, wenn diese aufgrund mangelnder Zugänglichkeit oder anderer nachvollziehbarer Gründe nicht vor Aufnahme der Tätigkeiten desinfiziert worden sind,
  • Spritzenwechsel in Drogenambulanzen

Schutzstufe 3

Tätigkeiten sind dann der Schutzstufe 3 zuzuordnen, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  1. es liegen biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 vor, die schon in niedriger Konzentration eine Infektion bewirken können oder es können hohe Konzentrationen von biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 auftreten
  2. es werden Tätigkeiten durchgeführt, die eine Übertragung möglich machen, z. B. Gefahr von Aerosolbildung, Spritzern oder Verletzungen.

Dies gilt auch, wenn ein entsprechender Verdacht besteht.

In Ausnahmefällen kann dies auch auf biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3(**) zutreffen (siehe auch Nummer 3.4.2 Absatz 2).

Die Behandlung eines Patienten mit offener Lungentuberkulose während der infektiösen Phase ist aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr über Aerosole der Schutzstufe 3 zuzuordnen.


Schutzstufe 4

Tätigkeiten im Rahmen der Untersuchung, Behandlung und Pflege von Patienten, die mit einem hochkontagiösen lebensbedrohlichen Krankheitserreger (biologischer Arbeitsstoff der Risikogruppe 4) infiziert sind, oder bei denen ein entsprechender Verdacht vorliegt, sind der Schutzstufe 4 zuzuordnen. Biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 4 sind z. B. Ebola-, Marburg- oder Lassaviren.


4.1.4 Oberflächen

Oberflächen (Fußböden, Arbeitsflächen, Oberflächen von Arbeitsmitteln) müssen leicht zu reinigen und beständig gegen die verwendeten Reinigungsmittel und gegebenenfalls Desinfektionsmittel sein.

Richtig!

Falsch!



4.1.5 Hygieneplan

Der Arbeitgeber hat für die einzelnen Arbeitsbereiche entsprechend der Gefährdungsbeurteilung neben geeigneten baulichen Voraussetzungen Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektionsgefährdung in Form eines Hygieneplans schriftlich festzulegen und deren Befolgung zu überwachen. Der Hygieneplan soll Regelungen zu Desinfektion, Reinigung und Sterilisation sowie zur Ver- und Entsorgung enthalten. Dabei sind die Erfordernisse des Arbeitsschutzes gemäß § 9 Absatz 2 und § 11 Absatz BioStoffV und des Patientenschutzes gemäß §§ 23 und 36 Infektionsschutzgesetz idealerweise in einem Dokument zu bündeln. Anhang 2 gibt Hinweise für die Erstellung eines Hygieneplans.

 

Der Arbeitgeber hat für die einzelnen Arbeitsbereiche entsprechend der Gefährdungsbeurteilung neben geeigneten baulichen Voraussetzungen Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektionsgefährdung in Form eines Hygieneplans schriftlich festzulegen und deren Befolgung zu überwachen. Der Hygieneplan soll Regelungen zu Desinfektion, Reinigung und Sterilisation sowie zur Ver- und Entsorgung enthalten. Dabei sind die Erfordernisse des Arbeitsschutzes gemäß § 9 Absatz 2 und § 11 Absatz BioStoffV und des Patientenschutzes gemäß §§ 23 und 36 Infektionsschutzgesetz idealerweise in einem Dokument zu bündeln. Anhang 2 gibt Hinweise für die Erstellung eines Hygieneplans.

 


4.1.7 Schmuck und Fingernägel

Bei Tätigkeiten, die eine hygienische Händedesinfektion erfordern, dürfen an Händen und Unterarmen z. B. keine

  • Schmuckstücke,
  • Ringe, einschließlich Eheringe,
  • Armbanduhren,
  • Piercings,
  • künstlichen Fingernägel,
  • sogenannte Freundschaftsbänder

getragen werden.

Fingernägel sind kurz und rund geschnitten zu tragen und sollen die Fingerkuppe nicht überragen.
Hinweis: Lackierte Fingernägel können den Erfolg einer Händedesinfektion gefährden. Deswegen ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu entscheiden, ob auf Nagellack verzichtet werden muss.


Hautschutz und Händehygieneplan


Herstelleer von desinfektinsmittel

Quelle: google.de
Quelle: google.de

Wie der folgenden Karte entnommen werden kann, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Chemieunternehmen die geprüften und nicht geprüften Desinfektionsmittel verkaufen.

 

 

 

Entsprechend ist es für Personal in medizinischen Einrichtungen wichtig unterscheiden zu können. Welches Wässerchen desinfiziert und welches ein „Wunderwasser“ ist.

 

 Auch sollte man als Fachkraft wissen, dass der Begriff begingt bakterizid und viruzid nicht geschützt sind. Sie sagen nur aus, dass das Mittel die Möglichkeit besteht, dass Viren und Bakterien zerstören.

 

www.sos.de (Beispielbild)
www.sos.de (Beispielbild)

Für uns Fachkräfte ist es wichtig zu prüfen, ob der Hersteller sein Produkt durch ein validiertes Verfahren prüfen lies und es dazu eine Urkunde und ein Sicherheitsdatenblatt gibt.

 

 

 

So kann es durchaus sein, dass auch Handelsübliche Produkte die gleiche Wirkung haben als Artikel auf dem Fachmarkt.

 

 

 

Denn, oft kommt es vor, dass Markenprodukte unter einen Eigennamen vertrieben werden.

 


Einteilung von Desinfektionsmittel

Neben dem RKI gibt es die VAH- Liste, welche vom Verbund für Angewandte Hygiene validierte Testungen durchführt und sogleich, aussagen welches Virus oder Bakterium mit welcher Einwirkdauer deaktiviert werden kann.

Beispiel: Handelsübliche Flächendesinfektionsmitttel von SOS:
 https://vah-liste.mhp-verlag.de/suche/details/sos-desinfektions-spray/


HVA- Liste

Geprüft, zertifiziert und gelistet.

 

 

 

Die Desinfektionsmittel-Liste des VAH ist die Standardreferenz für die Desinfektion im Routinebetrieb in medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen. Sie ist eine einzigartige herstellerunabhängige Zusammenstellung von zertifizierten Produkten, die nicht nur den europäischen Anforderungen genügen, sondern den jeweils aktuellsten Anforderungen des VAH und seiner kooperierenden Fachgesellschaften. In einschlägigen Leitlinien der KRINKO und der AWMF empfohlen!

 

 

 

Auf der Webseite können Sie zum einen nach einem Produktnamen suchen oder Sie

 

https://vah-liste.mhp-verlag.de/ suchen nach dem Anwendungsbereich und Wirkungsspektrum und Erregerspektrum.

 

Sobald Sie einen Artikel ausgesucht haben, werden Ihnen alle Relevante Daten angezeigt.

 

 


Sicherheitsdatenblatt

Das Sicherheitsdatenblatt wird nicht auf Freundlichkeit des Herstellers bereitgehalten, sondern weil es in der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 vorgeschrieben wird.

 

 

 

Solch ein Sicherheitsdatenblatt muss allen mit dem Desinfektionsmittel arbeitenden Mitarbeitern zugänglich gelagert werden.

 

 

 

Bitte öffnen Sie den Link, damit Sie das zu besprechende Dokument von der Herstellerseite im Browser öffnen können. (Achtung, Virensanner einschalten!)

 

 

 

https://www.sos.de/media/pdf/de/produkte/PDF-Sicherheitsdatenblatt-Desinfektions-Spray.pdf

 

 


Einteilung von Desinfektionsmitteln:

 

Das wichtigste zu Letzt!

 

Neben einem Corona Virus gibt es noch viele andere Krankheitserreger die den menschlichen Körper besiedeln, infizieren oder krankmachen könne.

 

Deswegen sollte man bei der Auswahl der Desinfektionsmittel beachten, dass nicht jedes Mittel Pilze oder Pilzsporen zerstören.

 

 

Einteilung Bezeichnung
 A  zur Abtötung von vegetativen Bakterien, Myobakterien, Pilzen und Pilzsporen
B zur Inaktivierung von Viren
C zur Abtötung von Sporen des Milzbranderregers
D zur Abtötung der Sporen des Erregers von Gasödem und Wundstarrkrampf

Mögliche Gefahren beim Einsatz der Desinfektionsmittel

"Viel hilft viel" trifft beim Desinfektionsmittel leider nicht zu, da die unsachgemäße Anwendung durchaus zu Resistenzen der zu bekämpfenden Mikroorganismen führen kann.

Im Hygiene- oder Desinfektionsplan sind die Maßnahmen exakt aufgelistet; wann beispielsweise das Bakterizid zum Einsatz kommen darf. Wenn lediglich mit einer fungiziden Verunreinigung zu rechnen ist, muss kein Bakterizid verwendet werden, dafür gibt es schließlich das Viruzid.

Seit geraumer Zeit wird auch das übermäßige Waschen der Hände vor der Desinfektion als kritisch angesehen, da durch die Seife der natürliche Schutzfilm der Haut reduziert wird und das Desinfektionsmittel in überschwänglicher Anwendung zu Irritationen und Beschwerden führen kann.

Ein fachkundiger Umgang mit dem Desinfektionsmittel auf der Haut dagegen schädigt die Haut nicht nachhaltig. Im Hygieneprogramm von Kliniken tritt nach erfolgtem Eingriff die Pflege mit Cremes in den Vordergrund, um die Haut zusätzlich zu entlasten und bei der Regeneration zu unterstützen.

Als letzte Problematik unsachgemäßen Umgangs ist die Gefährdung der Umwelt und des Personals zu nennen.


Einige Desinfektionsmittel entwickeln insbesondere in Kombination mit anderen Chemikalien unangenehm riechende und gesundheitsgefährliche Gase. Kommt ein biologisch nicht abbaubares Desinfektionsmittel in den Abwasserkreislauf, kann es das Zusammenspiel von Bakterien stören und somit die Reinigung des Abwassers unterbinden.